Joshua

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⬤ 2001

⬤ Sächsisch/Hannöversch (Hochdeutsch)

Ich bin mit zwei Dialekten aufgewachsen. Einerseits das Hochdeutsch meiner aus Hannover kommenden Mutter und auf der anderen Seite das Dresdner Sächsisch meines Vaters. Dabei hat meine Mutter nicht so viel vom sächsischen Dialekt gehalten und daher immer sehr großen Wert darauf gelegt, dass ich und meine Schwestern die sächsischen Wörter, die wir aus Kindergarten oder ähnlichen aufgeschnappt haben, wieder abtrainiert bekommen. Und auch mein Papa hat seinen sächsischen Dialekt ziemlich abgelegt, mit Ausnahme von Fällen wo er mit Handwerkern oder der Bäckerei, dort mit Menschen interagiert. Dort ist er dann immer in einen sächsischen Dialekt verfallen. Das heißt auch ich hatte irgendwie den sächsischen Dialekt und hab ihn manchmal, als ich dann älter wurde, spaßhaft verwendet, um meine Mutter zu ärgern.
Was natürlich sehr schade ist, war eigentlich ist der sächsische Dialekt, der Dresdner Sächsische Dialekt, ein sehr Schöner. Es ist irgendwie etwas sehr rundes. Mir gefällt, wie gemütlich und vergnügt er klingt. So klassische Wörter sind zum Beispiel das „Nu“ oder sowas. Oder die „Bäbe“, die ich auch gerne heute noch in meinem Alltag ab und zu verwende. Aber so richtig viel Dialekt spreche ich in meinem Alltag nicht. Spätestens mit dem Studium fast gar nich mehr. Zumindest bei mir war es so, dass meine Professoren alle Hochdeutsch geredet haben, und wenn ich da mit Sächsisch angekommen wäre, wird man oft irgendwie stigmatisiert oder irgendwie für nicht so schlau gehalten. Und deswegen habe ich das da auch sehr abgelegt, den Dialekt. Wann er noch rauskommt, ist auch wenn ich wieder in der Heimat bin und zum Beispiel in der Bäckerei bin oder mit Freunden rede, die auch den sächsischen Dialekt haben. Und eigentlich finde ich es schade, dass ich den Dialekt so abgelegt habe. Ich möchte ihn eigentlich auch verwenden, jedoch habe ich das Gefühl, verbaue ich mir Chancen in meinem professionellen Alltag. Das heißt, ich werde ihn wahrscheinlich mehr im privaten Kontext verwenden und so auch irgendwie weitergeben und am Leben halten.

Emilia Judith