Ich wurde in Dresden geboren und bin auch in Dresden aufgewachsen und später dann auch zur Schule gegangen und hab da auch studiert. Und hab da mehr oder weniger viel Sächsisch auch in meinem Umfeld gehört. Besonders aktiv daran erinnern kann ich mich in meiner Kindheit. In meiner Grundschule und auch meinem Kindergarten waren sehr viele Erzieher*innen oder Lehrer*innen aus der Umgebung und haben auch stark gesächselt. Besonders gut kann ich mich noch an meine Sportlehrerin erinnern. Die hat eigentlich fast ausschließlich Sächsisch gesprochen und eine Redewendung ist mir dabei noch in Erinnerung geblieben und das war folgende: „Da wird ja wohl der Hund in der Pfanne verrückt“ und die fand ich irgendwie herrlich. Aber auch so Worte wie „Nu“, die habe ich auf jeden Fall auch sehr viel in dieser Zeit gehört. Im Gymnasium hat das eher abgenommen, sowohl meinem direkten Umfeld ... also meine Mitschülerinnen ... also ich hatte kaum so Mitschülerinnen, die irgendwie dolle gesächselt haben und von den Lehrern kann ich mich auch nicht mehr gut erinnern. Ich meine aber, dass das im Gymnasium stark abgenommen hat, dass die Lehrer gesächselt haben. Vielleicht nur vereinzelt und dann auch eher so in einem privaten Kontext und nicht irgendwie im Unterricht. An der Uni war das so, dass ich da schon so ein paar Kommilitonen getroffen habe, die vor allem wenn sie aus dem ländlichen Raum waren, dann irgendwie stark gesächselt haben. Auf der anderen Seite war das zum Beispiel bei den Professor*innen oder Dozierenden, dass ich da fast niemanden vor allem nicht in Lehrveranstaltungen gehört habe, der irgendwie mit einem Dialekt gesprochen hat. Da war das dann irgendwie schon so gang und gäbe, dass das Hochdeutsch irgendwie der Umgangston war. Ich selber spreche kein Sächsisch, denn ich bin nicht von der Familie aus damit groß geworden, weil meine Eltern sind Russlandsdeutsche. Und ich bin quasi direkte Nachfahrin von Russlandsdeutschen und dementsprechend bin ich quasi bilingual erzogen worden und habe auch dadurch keinen wirklichen Dialekt gelernt, sondern eher noch eine andere Sprache. Aber in meinem Umfeld habe ich es auf jeden Fall gehört und es war auch präsent. Für mich fühlte es sich nicht so richtig an, Sächsisch zu sprechen, weil ich das nicht … ich habe mich dem Dialekt irgendwie nicht verbunden gefühlt. Trotzdem denke ich irgendwie sehr positiv daran zurück, vor allem an meine Sportlehrerin die ich auch sehr sympathisch fand und ja ich verbinde damit irgendwie was humorvolles und was nicht so ernsthaftes. Ich finde Sächsisch is irgendwie so sehr sarkastisch und oft nicht ernst gemeint und auch manchmal so’n kleines bisschen stumpf, auch im Humor. Aber ja, ich bin damit eben irgendwie auch groß geworden ’n Stück weit und deswegen ist das auch für mich mit Nostalgie verbunden—Sächsisch. Dadurch, dass ich nicht selber Sächsisch spreche, würde ich auch jetzt nicht zum Beispiel meinen Kindern Sächsisch aktiv beibringen. Anders wäre es natürlich, wenn ich einen Partner hätte, der Sächsisch spricht oder der sächselt, dann bin ich da total offen das auch weiter zu tragen, weil ich finde, Dialekte sind wie so’ne Art Fingerabdruck, den man so weitergeben kann, wenn man das möchte und ich find’, das was sehr Schönes. Ich finde das ist eine Art von Identität und von auch ortsbezogenem Ausdruck, wo man halt vielleicht auch herkommt und das finde ich total schön.